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21.06.2018 12:34:05



Der Finanzhaushalt soll sich in den nächsten Jahren an folgenden Zielgrössen ausrichten:

1. Begrenzung Fremdverschuldung
Die sehr hohen Investitionen in die Raumentwicklung können nicht ohne hohe Fremdverschuldung bewältigt werden. Vorübergehend dürfen die Schulden abzüglich Liquidität auf maximal 25 Mio. Franken ansteigen. Danach soll die Verschuldung innert zehn Jahren wieder auf höchstens 10 Mio. Franken reduziert werden. Dafür ist ein deutlich über 100 %-iger Selbstfinanzierungsgrad nötig.

2. Wirtschaftlichkeitsnachweis der laufenden Aufwendungen
In den einzelnen Bereichen sollen die Aufwendungen ohne Begründung nicht über dem kantonalen Mittlwert liegen.

3. Attraktiver Gesamtsteuerfuss
Um im Standortwettbewerb über gute Voraussetzungen zu verfügen wird ein stabiler und möglichst attraktiver, unter dem kantonalen Mittelwert liegender, Steuerfuss angestrebt. Nach Abschluss der sehr hohen Investitionen muss die Selbstfinanzierung mindestens 2 - 3 Mio. p.a. betragen um die üblicherweise anfallenden Investitionen zu decken und die Amortisation der Schulden zu ermöglichen. (Messgrössen: Steuerfuss unter kant. Mittelwert / Cash Flow > 0).

4. Kostendeckende Verursacherfinanzierung
Die Tarife der Gebührenhaushalte werden dem Grundsatz der Eigenwirtschaftlichkeit entsprechend und unter Berücksichtigung der Kapitalfolgekosten festgesetzt und dem
Verursacher belastet. Vorübergehend resultierende Ertragsüberschüsse werden in die
Spezialfinanzierung übertragen. Der Bestand soll 10 % des Anlagenwertes zu Wiederbeschaffungskosten nicht übersteigen, aktuelle Entwicklungen bezüglich Finanzierung werden berücksichtigt. (Messgrösse: Stand Spezielfinanzierung).

Finanzkennzahlen der Gemeinde
Jahr Selbstfinanzierungs-
grad in %
Zinsbelastungs-
anteil in %
Kapitaldienst-
anteil in %
Steuerkraft
in Fr.
2017 281.00% 0.10% 10.00% 3'416.00
2016 182.00% - 10.60% 3'018.00
2015 315.00% -6.70% 4.40% 3'105.00
2014 153.00% -4.10% 14.60% 3'198.00

Selbstfinanzierungsgrad:Selbstfinanzierung in Prozent der Nettoinvestition. Bei Werten unter 100% nimmt die Verschuldung des Finanzhaushaltes zu; über 100% kann die Verschuldung reduziert und/oder die Substanz erhöht werden
Zinsbelastungsanteil:Zinssaldo und gesetzliche Abschreibungen in Prozent des Ertrages. Je höher diese Kennzahl ist, desto mehr jährlich wiederkehrende Erträge müssen zur Finanzierung der Investitionen aufgewendet werden. Gute Werte liegen unter 7,5%, mittlere zwischen 7,5 und 15% und schwache darüber.
Kapitaldienstanteil:Zinssaldo (Passivzinsen abzüglich Nettovermögensertrag) in Prozent des Ertrages. Dieser Wert zeigt welcher Anteil des Ertrags zur Finanzierung der Fremdverschuldung eingesetzt werden muss. Bei negativen Werten sind die Vermögenserträge höher als die Passivzinsen. Vorteilhafte Werte liegen unter 2%, mittlere zwischen 2 und 4% höhere Werte weisen auf eine vergleichsweise hohe Belastung hin.
Steuerkraft:Die absolute Steuerkraft wird als Durchschnitt je Einwohner ausgedrückt. Dabei wird der gesamte Nettosteuerertrag eines Jahres unter Berücksichtigung der zur Anwendung gelangten Steuerfüsse auf 100% umgerechnet und das Resultat durch die Anzahl Einwohner geteilt.
Die absolute Steuerkraft dient als Messgrösse für den Finanzausgleich. Der sogennannte 100%-ige Staatssteuerertrag ist auch Schlüsselgrösse für den Kostenverteiler in Zweckverbänden usw. Dabei wird für Gemeinden im Finanzausgleich die Steuerkraft um diese Ausgleichszahlungen berichtigt, d.h. es wird die relative Steuerkraft als Verteilbasis berücksichtigt.
Die Spannweite der Steuerkraft zwischen den Finanzausgleich zahlenden und empfangenden hat sich in den letzten Jahren massiv vergrössert.
Mettmenstetten's Steuerkraft liegt seit Jahren unter dem kantonalen Mittel.
Kantonsmittel der relativen Steuerkraft 2016 (ohne Stadt Zürich): Fr. 3'592.00.