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Umwelttipp Ernährung

1. November 2019

Wir publizieren regelmässig Umwelt-Tipps, welche von PUSCH, Praktischer Umweltschutz, www.pusch.ch, zur Verfügung gestellt werden. Darin finden sich jeweils wertvolle Hinweise, was man selber dank einfachsten Verhaltensänderungen für eine gesunde Umwelt tun kann.

 

Wenn Schweiz draufsteht, aber Irland drin ist

Viele Schweizerinnen und Schweizer vertrauen gerne auf regionale Produkte. Herkunftsangaben im Produktnamen bieten vermeintlich Orientierung – aber tun sie das wirklich?

Die Schweiz steht für Qualität, nicht nur beim öffentlichen Verkehr, dem Sackmesser und neuen Uhren, sondern auch bei Lebensmitteln. Wo Schweiz draufsteht, ist auch Schweiz drin – könnte man meinen. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, zum Beispiel beim Bündnerfleisch. Charakteristische Schweizer Landschaft prägt die Verpackung: Berggipfel, blauer Himmel und ein mächtiger Steinbock. Doch Bündnerfleisch muss nicht zwingend aus Bündner Fleisch bestehen, nicht einmal Fleisch aus der Schweiz muss verwendet werden. «Bündnerfleisch» ist zwar als geschützte geografische Angabe (GGA) registriert, bezieht sich jedoch nur auf den Ort der Trocknung und Verarbeitung, nicht aber auf die Herkunft des Fleischs. Dieses darf auch aus Irland, England oder Brasilien stammen. Das ist rechtlich möglich, weil «Bündnerfleisch» bereits 1999 als GGA registriert wurde und deshalb nicht unter die 2017 in Kraft getretene strengere Swissness-Gesetzgebung fällt. Der Begriff «Bündnerfleisch» darf also auch weiterhin für Produkte verwendet werden, die zu 100 Prozent importiert werden. Dabei gibt es gute Gründe, auf regionale und saisonale Lebensmittel zu setzen, gerade beim Fleisch. Die Qualität stimmt und die Transportwege sind kurz. Doch wie kommt man nun an «Schweizer» Bündnerfleisch? Im Gegensatz zu Schweizer Symbolen – wie dem Steinbock – darf das Schweizer Kreuz nur noch auf Waren erscheinen, die die Swissness-Vorgaben erfüllen. Dasselbe gilt für die Bezeichnung «Schweizer Produkt». Einen Schritt weiter gehen die Label Bio Suisse und IP-Suisse. Sie garantieren nicht nur kontrollierte Schweizer Herkunft, sondern stellen auch hohe Anforderungen an eine ökologische Landwirtschaft und eine verträgliche Tierhaltung.